Beobachtungen eines Bauern

Das Freilichtmuseum und die römischen Ausgrabungen in Weirading befinden sich auf den Feldern der Familie Priewasser, vulgo „Wöckl“. 11 Joch Grund gehören „dem Wöckl“ in der Umgebung des Freilichtmuseums. Bert Priewasser (mittlerweile verstorben) und seine Frau erzählten in einem Gespräch, das wir 2002 geführt haben, wie sie schon seit ihrer Kindheit mit den archäologischen Funden zu tun hatten.

Herr Priewasser, wann haben Sie das erste mal davon erfahren, dass die Felder hier etwas besonderes sind?

In der Schule schon! Da hat man schon geredet davon. Wir Kinder haben uns aber nichts darunter vorstellen können, zu dieser Zeit. Mein Gott, da ist man als Bub heraufgekommen, da hat man die Trümmer liegen gesehen. Da hat man sich auch nicht vorstellen können, was das war. Da haben sie gesagt, ja da ist einmal eine Burg gestanden, und da ist einmal eine Kirche gestanden, und was weiß ich. Hat man nicht das Richtige erfahren, was da einmal gestanden ist, das hat man erst später einmal erfahren.

Früher haben sie immer gesagt „Kircherberg“, oder „Kirchberg“ haben sie ihn genannt. Das Feld hier hat „Kircherberg“ geheißen. Wir haben uns vorgestellt, da ist eine Kirche gestanden. Mehr war das nicht. Dass das dann anders ausgeschaut hat, wie eine Kirche, das haben wir erst später erfahren.

(Hinweis: „Kircherberg“ bzw. „Kirchberg“ wurde das Feld genannt, weil die Steine des Mauerwerkes der Villa Rustica auch zum Bau von Kirchen in der Umgebung verwendet wurden.)

Sie haben auch beim Ackern bemerkt, dass sich da etwas im Boden befindet?

Ja beim Ackern. Das war immer eine grimmige Geschichte. Weil da ist ja nicht viel Erde draufgewesen. Das ist ein sandiger Boden gewesen. Und wenn du geackert hast, bist halt am Pflug obengestanden, und da hat es dich dahingebeutelt.

Das sind lauter Bruchteile gewesen. Scherben und alles mögliche, Tuffsteine sind rausgekommen. Ziegel, Sachen, lauter Bruchstücke. Alles mögliche hat man gefunden, aber man hat sich keinen Reim daraus machen können, was das einmal war. Da hat man sich nur denken können, das war einmal ein Dach oder was.

Die Tuffsteine sind dann oft wiederverwendet worden?

Da haben wir viel heimgefahren. Und haben sie daheim, was weiß ich, in eine Grube hineingehaut, einmal. Da ist eine Adelgrube betoniert worden, da ist das hineingekommen. Und ein Hohlweg war auch da, da ist auch viel hineingekommen. Der ist da hinuntergegangen, wie da die Grenze ist, da. Da ist ganz viel hineingeschmissen worden. Der war tief, da hat man mit einem Fuhrwerk hinunterfahren können. Und vollbeladen auch noch, das hast du gar nicht gesehen, so tief war der.

Haben Sie sich aus den Funden einen Reim machen können?

Man hat mit dem schon gerechnet, dass da früher einmal gewisse Leute da waren, Römer und wie sie alle geheißen haben, die da hergekommen sind. Wir selber haben nichts erfahren, was man nicht von der Schule erfahren hat. Wir haben uns keinen Reim ziehen können, von der ganzen Grundfeste, was das alles war, das hat man nur erzählt: Das war das, das war das. Und man hat es dann geglaubt.

Frau Priewasser, wie haben Sie das erlebt?

Mein Mann hat mir immer erzählt, wenn er gedroschen hat heroben, und es war ein trockenes Jahr, ein ganz trockenes Jahr, dann ist das Getreide niedriger gewesen, und das hat man direkt gesehen, wo da die Grundfesten gewesen sind. Da hat er sich immer gedacht, das muss ein Mordsgebäude gewesen sein. Er hat es sich einfach nicht vorstellen können.

Indem sie es immer gesagt haben, dass es der Kirchberg ist, haben wir immer gemeint, eine Kirche. Und der Oberlehrer Preen hat ja einmal etwas gefunden, und da dann zum ersten Mal geredet worden, dass da was heroben ist. Aber was?